Geschichte des Vereins Berliner Künstler

Die lange Existenz des Vereins VBK beginnt 1841 als  „Berliner Künstler-Verein“.  Im Jahre 1859 bekommt er seinen noch heute gültigen Namen Verein Berliner Künstler (VBK).

„Das erste Mitgliederverzeichnis ist von 1860 überliefert, das erste Statut von 1871. Mit der Verleihung der Korporationsrechte am 9.Februar 1867 war es dem Verein möglich geworden, Geldmittel entgegenzunehmen und Grundbesitz für ein eigenes Künstlerhaus zu erwerden. Die Mitglieder des Vorstandes und der verschiedenen Gremien wurden jährlich gewählt. 1901 erschien als Publikationsorgan die erste Ausgabe des „Kunst-Herold“. Der Verein finanzierte sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, bzw. durch Legate verstorbener Mitglieder, Gewinne von Ausstellungen und Künstlerfesten sowie staatliche Zuschüsse.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sowohl durch Einflussnahme der Reichskammer der bildenden Künste und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda als auch durch die NSDAP-Mitglieder in den eigenen Reihen Schritt für Schritt das „Führerprinzip“ durchgesetzt. Noch bis zum Kriegsende 1945 fanden Mitgliederversammlungen statt. Seit der Linzenzierung 1949 organisieren ein Vorstand und wenige Ausschüsse die Ausstellungen und Veranstaltungen des Vereins, Frauen erhielten erst 1990 das Recht einzutreten“.

(aus: Anke Matelowski, Archiv-Blätter 16 der Akademie der Künste, Archiv, 2007, erschienen anlässlich der Ausstellung „Preussische Boheme: Sammlung und Ausstellungsgeschichte des Vereins Berliner Künstler 3.6. – 5.8.2007 in der Akademie der Künste, Berlin-Pariser Platz und in der Galerie des Vereins Berliner Künstler, Schöneberger Ufer)

Der VBK ist somit der älteste Künstlerverein Deutschlands. Viele bekannte Künstler, Bildende Künstler und Architekten, gehörten seit dieser Zeit zu seinen Mitgliedern. Namen wie Adolph Menzel, Oskar Begas, Carl Steffeck, Max Liebermann, Philipp Franck, Walter Leistikow, Hans Baluschek , Otto Nagel, Georg Kolbe, Eckhard Muthesius kennt jeder Berliner. Heinrich Zille und Emil Orlik zeigten in ihren Porträts und Milieudarstellungen das Berliner Leben der 20er Jahre. Conrad Felixmüller und A. Paul Weber stellten sich in der Nachkriegszeit kritisch und humorvoll zum Treiben in der geteilten Stadt.

Die Liste der in Berlin und außerhalb seiner Stadtgrenzen bekannten,  bedeutenden Künstler ist lang. Ehrenmitglieder und Förderer der Künstlervereinigung in der Zeit bis zum 2.Weltkrieg waren Angehörige des öffentlichen Lebens Berlins: Vertreter aus Wirtschaft und Politik, Kulturschaffende anderer Sparten und Künste.

Die Teilung der Stadt und die Jahre des Inseldaseins wirkte sich auch auf die Entwicklung und Aktivitäten im Verein Berliner Künstler aus.

Seit 1964 hat der VBK seinen Vereinssitz am Schöneberger Ufer 57 in Berlin Tiergarten-Mitte.

Die Wiedervereinigung ermöglicht nun auch den Künstlern des Ostteils der Stadt, sich um eine Mitgliedschaft im Verein zu bewerben.
Nach einigen Jahren der Unterbrechung wird seit 2006 die Galerie des VBK im Erdgeschoß des Hauses des Vereins wieder in Eigenregie geführt. Ein kontinuierliches Ausstellungsprogramm zeigt in wechselnden Ausstellungen und Zusammenhängen Arbeiten der Mitglieder, Präsentationen in Kooperation mit internationalen Künstlervereinen im Rahmen von Austauschprojekten sowie Sonderausstellungen mit Gästen.
Die Hälfte der Mitglieder sind Künstlerinnen.

Die 2-teilige Publikation zu „Fotografie und Dokumente des VBK seit 1841“ und „Preußische Boheme“ zum Bild und –Grafikarchiv, Akademie der Künste, Archiv, 2007, 15 €, ist in der Akademie der Künste sowie im Verein Berliner Künstler zu erhalten.

Mehr zur Geschichte des Vereins Berliner Künstler finden Sie in:
VEREIN BERLINER KÜNSTLER, Versuch einer Bestandsaufnahme von 1841 bis zur Gegenwart, 1991, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Berlin, ISBN 3-87 584-381-9